Konzerte Editorial Alain Fontanel

Die Kultur hat es derzeit nicht leicht. Da die Mittelknappheit auf den Regierungen ebenso wie auf den Unternehmen und jedem Einzelnen lastet, ist der Kulturbetrieb wie alle anderen gesellschaftlichen Bereiche zu Einsparungen gezwungen. Doch wir dürfen nicht vergessen, dass die Kultur in einer Gesellschaft das repräsentiert, was ihr Sinn und Bestand verleiht und ihre Menschlichkeit gewährleistet. Die Kultur wird der Nachwelt übermittelt und zeugt von dem, was wir waren, noch lange nachdem alles andere aufgehört haben wird, von Bedeutung zu sein. Unsere Teilnahme am kulturellen Leben ist ein Mittel, die uns vereinenden Werte und Gefühle zu bekräftigen. Die kommende Spielzeit ist eine Gelegenheit, Werke der vergangenen 300 Jahre aus aller Welt zu hören und anhand der musikalischen Schöpfungen zu entdecken, wer wir waren und sind und was uns vereint.

Ich hoffe auch, diese Spielzeit trägt erneut zur Festigung der Bande zwischen dem Orchester und seinem Straßburger und elsässischen Publikum bei. Auf dem Programm stehen einige wunderschöne Werke des Repertoires, das ja schon vor der klassischen Epoche beginnt: Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion, die zu den großartigsten menschlichen Leistungen zählt, wird einer der Höhepunkte sein. Wir stellen auch zeitgenössische Musik vor, darunter eine für unseren Artist in Residence, den hervorragenden Flötisten Emmanuel Pahud, in Auftrag gegebene Komposition. Wir freuen uns, dass er für diese Spielzeit einer der unseren sein wird, wie wir uns auch über den neuen Composer in Residence, den Amerikaner John Corigliano, freuen, der in Frankreich dieselbe Bekanntheit verdient, die er bereits international genießt. Ich bin sicher, dass alle Musikfreunde aus dem diesjährigen Kaleidoskop an Meisterwerken eine Auswahl an Lieblingsstücken werden treffen können.

Alain FONTANEL

Premier adjoint au Maire
Chargé de la culture et du patrimoine
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